Schreibtraining

Homepage von Jürg Häusermann


Tuesday, February 3. 2009

Schreibtraining




Hier finden Sie Informationen zum Kurs Schreibtraining
(Wintersemester 2007/08, freitags, 10-14 Uhr).

Wir orientieren uns in diesem Kurs am Buch Schreiben
aus der Reihe Wegweiser Journalismus.

 

Friday, January 30. 2009

Eine Handvoll Grammatik



Auf vielseitigen Wunsch befassen wir uns mit einigen Fragen der Grammatik, die im Journalismus erfahrungsgemäß vielen Kopfzerbrechen bereiten.

Ein paar Regeln

Sie können hier einen Text herunterladen, der zunächst als Kapitel des Buchs "Schreiben" gedacht war, dann aber weggekürzt wurde. Er enthält ein paar einfache Tipps, die helfen sollen, in Grammatikfragen mehr Sicherheit zu gewinnen:
Eine Handvoll Grammatik

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars können einen Text aus der Stuttgarter Zeitung herunterladen, den ich mit zusätzlichen Fehlern versehen habe. Korrigieren Sie alles, was Sie korrigierenswert finden, schreiben Sie Ihren Namen auf das Blatt und geben Sie es bis Donnerstag, 5.2., im Raum 264 ab:
Grammatik-Aufgabe
 

Friday, January 23. 2009

Reise nach Afrika



Um zum Abschluss des Kurses einen Ausblick auf die anspruchsvolle Gattung der Reportage zu werfen und Ihnen nochmals die Gelegenheit zu geben, Ihre Kreativität zu nutzen, folgt hier die Aufgabe Reise nach Afrika (inspiriert vom Restaurant Afrika gleich hinter unserem Fakultätsgebäude).

1. Teil: ein Ort

Gehen Sie in ein Lokal / einen Laden / eine Werkstatt / irgendeinen Ort, den Sie mit wachen Sinnen wahrnehmen können. Sehen, hören, riechen Sie sich um – als ob es ein exotischer Ort wäre, den Sie zum ersten Mal betreten.
Schreiben Sie dann die ersten 3-5 Sätze einer Reportage. Bedenken Sie, dass dieser Anfang in einem Zusammenhang zum Thema des gesamten Textes stehen wird. (Überlegen Sie sich deshalb provisorisch, welches dieses Thema sein könnte.) Schreiben Sie den Anfang so, dass er neugierig auf die Fortsetzung macht.
Beachten Sie, dass am Anfang eines Textes nichts bekannt ist. Versuchen Sie deshalb für jeden neuen Gedanken einen neuen (Haupt- oder Neben-) Satz zu formulieren.


2. Teil: ein Mensch
Gehen Sie nochmals an den Ort und sprechen Sie dort mit jemandem. Bauen Sie dann ein Ergebnis dieses Gesprächs in Ihren Text ein. Fügen Sie z.B. eine Episode an, die er Ihnen erzählt hat, oder auch nur eine Meinungsäußerung. Es braucht nichts Weltbewegendes zu sein. Wichtig ist aber, dass sich dieser Teil gut an den vorangehenden anfügt – inhaltlich und formal.
Beachten Sie, dass in guten Beispielen oft mit einem Kontrast gearbeitet wird.

Länge: maximal 1500 Zeichen.

Bitte senden Sie mir den Text bis spätestens Mittwoch Abend, 28. Januar 2009.
 

Friday, December 12. 2008

Fachsprache und Fachscript


Einen Text verständlich zu gestalten fällt oft deshalb schwer, weil man sich auf Fach- oder Fremdwörter konzentriert und andere Aspekte missachtet. Ein Problem ergibt sich durch so genannte Scripts – feste Handlungsabläufe: Unauffällige Ausdrücke, die eigentlich verständlich sind, haben im Text die Aufgabe, auf solche Scripts zu verweisen. Und nur wer diese kennt, wird den Text verstehen. (Vgl. Häusermann: Schreiben, S. 108.)

Beispiel: "Ich hatte meine Karte nicht dabei", sagt ein Patient, der über den ersten Besuch beim Arzt berichtet. Alle Wörter in diesem Satz sind verständlich. Aber wer mit den deutschen Krankenkassen nicht vertraut ist und nicht weiß, dass beim Arztbesuch der Patient als Erstes danach gefragt wird, kann die Dramatik dieses Satzes nicht erkennen. Man muss ihm das Arztbesuchsscript erkären.

Wer einen Text auf seine Verständlichkeit hin liest, muss es also auf verschiedenen Ebenen überprüfen. Hierzu die folgende Übung:

Christoph Ploss, 23, studiert im fünften Semester Geschichte und Politik auf Bachelor an der Universität Hamburg. Auf zeit.de nennt er die Vorteile eines Bachelorstudiums im Vergleich mit den Diplom- und Magisterstudiengängen.
Schreiben Sie eine kurze Passage, in der Sie die Aussage aus dem mittleren Abschnitt in direkter und indirekter Rede und Redebericht wiedergeben. Ihr Zielpublikum ist die Leserschaft einer Lokalzeitung. Versuchen Sie also alles so auszudrücken, dass es auch jemand versteht, der nicht studiert hat.


Die Konzeption der neuen Studiengänge gefällt mir auch deshalb so gut, weil sie enge Bezüge zur Arbeitswelt vorsehen. Ein sechswöchiges Praktikum, das ich gerade absolviere, ist in mein Studium schon integriert und bringt mir wertvolle Kreditpunkte ein. Sogenannte ABK-Kurse schulen uns in Projektmanagement und anderen berufsqualifizierenden Fähigkeiten – speziell für Geisteswissenschaftler. Und meine Noten fließen vom ersten Semester an in die Endnote ein. Das erzieht uns Bachelorstudenten zu einer stringenten und zielorientierten Arbeitshaltung – und macht uns meiner Meinung nach vielen Diplom- und Magisterstudenten überlegen.
Wenn jemand behauptet, dass wir ein Schmalspurstudium absolvieren, kann ich nur lachen. Die Hamburger Universität hat die Bologna-Vorgaben jedenfalls gut für uns umgesetzt. Meine Kurse und Seminare sind nach wie vor streng wissenschaftlich ausgerichtet. Innerhalb der Pflichtmodule habe ich etliche Wahlmöglichkeiten, die mir eine individuelle Studienausrichtung ermöglichen. Und letzten Endes soll der Bachelor ja auch nur ein erster berufsqualifizierender Abschluss sein. Ich habe mehrere Freunde, die nach drei Jahren froh sind, ein Traineeprogramm in der Wirtschaft zu belegen, schon erstes eigenes Geld zu verdienen. Später wollen sie weiterstudieren.
In ernsthafte Konkurrenz zu den Absolventen der »alten« Studiengänge treten erst einmal nur die fertigen Masterstudenten – und die können auf dem Arbeitsmarkt mehr als nur mithalten. Wer sich nach sechs Semestern und reiflicher Überlegung auf ein Fachgebiet spezialisieren und dieses zwei weitere Jahre vertiefen konnte, muss sich im Berufsleben nicht verstecken. Und bis ich die ersten Bewerbungsgespräche führe, werden die europäischen Abschlüsse schon akzeptierter sein als die vorherigen.

 

Saturday, November 29. 2008

Veranstaltungsbericht



Dies ist eine Anleitung zur Hausaufgabe vom 28. November 2008:

Besuchen Sie eine Veranstaltung und schreiben Sie darüber einen Bericht von 1500 Zeichen inkl. Leerzeichen.

Beachten Sie die folgenden Hinweise:

Recherchieren Sie! Sie sollten wissen, wer die Veranstaltung organisiert und zu welchem Zweck. Sprechen Sie mit anderen Anwesenden. So kommen Sie möglicherweise zu einem interessanten Zitat oder einer zusätzlichen Perspektive.

Wählen Sie einen Titel und einen Untertitel, die einander ergänzen (Titel: eine interessante Aussage, Untertitel einordnend – vgl. im Buch "Schreiben" die Seiten 87-92).
Verzichten Sie auf einen Vorspann.
Wählen Sie einen attraktiven Einstieg.

Da der Anlass ein aktuelles Ereignis ist, wird sich der Aufbau an der Nachrichtenform orientieren: Beantworten Sie die wichtigsten W-Fragen.

Das Zielpublikum ist die Leserschaft einer Lokalzeitung. Im Gegensatz zur letzten Übung (Radiotipp) gehören hier keine Wertungen in den Text. Versuchen Sie dagegen mit interessanten Nahaufnahmen die allgemeinen Informationen zu unterstützen.

Notieren Sie sich alle Namen der Personen, über die Sie schreiben werden – auch derjenigen, die Sie interviewen.

Termin: Sonntagabend, 7. Dezember.

Viel Spaß!
 

Friday, November 21. 2008

Zitieren: Schreiben Sie einen Radio-Tipp


Verfassen sie einen Hinweis auf die Radiosendung "Leute" (SWR 1, Mo-Fr, 9-12 Uhr). Wählen Sie dazu eine Sendung aus der Sendung

SWR 1 Leute

(Dort finden Sie einen Link auf die ARD-Mediathek mit verschiedenen Möglichkeiten, die Sendung anzuhören oder herunterzuladen.)

Hören sie sich die Sendung an.

Wählen Sie sich einen Ausschnitt von 1 Minute aus. Tippen Sie ihn ab. (Dies ist eine wichtige Übung, um zu erkennen, wie stark sich die spontan gesprochene Sprache von geschriebener Sprache unterscheidet. Schreiben Sie auch alle Versprecher mit!)

Wählen Sie daraus 1-2 Zitate aus, die Sie in einen attraktiven Text (20 Zeilen à 40 Anschläge) einbauen, der Folgendes enthält:

Name der Sendung
Name des Moderators
Names des Gastes
Schwerpunktthema
die Zitate

Beachten Sie, dass Sie nicht die ganze Sendung zusammenfassen können, sondern einen attraktiven Schwerpunkt setzen sollen.

Ein Beispiel für einen solchen Text:

Eine ganz einfache Idee stand am Anfang von Samy Liechtis erfolgreicher Internetfirma.
Sie heißt Blacksocks und handelt ganz einfach mit schwarzen Socken.
„Ich verkaufe eines der langweiligsten Produkte der Welt“, sagt Samy Liechti in der heutigen Sendung „SWR 1 Leute“.
Liechti ist ein Marketing-Fachmann. Er hat Betriebswirtschaft studiert und in Marketing und Investor-Relations gearbeitet, bevor er mit einem Partner sein Unternehmen gründete, das Kunden bis nach Japan bedient.
Im Gespräch mit Walter Siller erklärt er, wie er Socken, nichts als schwarze Socken, in der ganzen Welt an den Mann bringt.


Hörfunk-Tipps finden Sie übrigens auf dieser Homepage. Ute Kleiber macht hier wöchentlich Hinweise auf interessante Radiosendungen.
 
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Juerg Haeusermann | Universitaet Tuebingen