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Monday, February 22. 2010
"Im Kleinen sind wir sehr lebendig"
Pastor Kemper und das "Wunder von Marxloh" Von Thomas Hartwig Di, 23.02.2010 | 19.15-20.00 | DLF Feature "Die Menschen fragen sich, wie lange bleibt die Kirche noch offen?", erzählt der katholische Pastor Michael Kemper (45) von der St.-Peter-und-Paul-Gemeinde in Duisburg-Marxloh angesichts der abnehmenden Anzahl der Gemeindemitglieder. Viele jüngere Leute, Hartz-IV-Familien und viele Kinder leben in Marxloh, das "reich an Kindern" aber "arm an Ressourcen" ist. Von den 18.000 Menschen in Marxloh sind etwa 6000 Ausländer, darunter 4000 Türken moslemischen Glaubens. Auf der langen Geschäftsstraße gibt es fast nur noch türkische Geschäfte und Lokale. Im Herbst 2008 wurde die erste Moschee eröffnet, nicht mal 300 Meter von St. Peter entfernt. Es gab keine Proteste. Die Zeitungen schrieben über das sogenannte "Wunder von Marxloh". Allerdings gebe es auch "Ängste von Vorherrschaft", meint Kemper. Viele Mitglieder fühlen sich bedrängt, manche auch bedroht. Der Autor hat Pfarrer Kemper vier Monate lang begleitet und die Herausforderungen dokumentiert. Kulturpartisanen oder: Die Balkanizer Wie ein Lebensgefühl zum Exportschlager wurde Von Manuel Gogos Mi, 24.02.2010 | 00.05-1.00 | DR Kultur Feature Das Feature führt mitten ins Herz des Balkans, wo der Filmregisseur Emir Kusturica im serbischen Hinterland sein utopisches "Kustendorf" erbaut hat: Kulisse eines serbophilen Heimatfilms oder letzter Rückzugsraum für den magischen Realismus in Europa? Der Komponist Goran Bregovic, der Kusturicas temperament- und temporeiche Balkan-Bilder einst musikalisch untermalte, inszeniert heute auf Europas Konzertbühnen als großer Impressario im weißen Smoking seinen Balkanbarock. Und der Frankfurter DJ Shantel betreibt die Suche nach "Global Heimat" in seinem "Bucovina Club": einer zigeunernden Disko, wo sich Tänzer aus ganz Europa ins "balkanische Lebensgefühl" hineinsteigern. Der Einsturz zu Köln Von Peter Meisenberg Mi, 24.02.2010 | 22.05-23.00 | SWR2 Feature | das ARD radiofeature Am 3. März 2009 um 14 Uhr brach das sechsstöckige Magazingebäude des Historischen Archivs der Stadt Köln in sich zusammen und riss die Nachbargebäude mit sich. Zwei junge Männer starben. Einer der bedeutendsten Horte europäischer Stadt- und Kulturgeschichte ist im Untergrund versunken: mit ihm, was der Nachwelt erhalten bleiben sollte, wie die Frontbriefe Heinrich Bölls. Die wahrscheinliche Ursache: eine 30 Meter tiefe U-Bahn-Baugrube unmittelbar vor dem Stadtarchiv. Die Baufirmen, der Bauherr und die Stadtverwaltung weisen sich gegenseitig die Verantwortung zu. Was genau war geschehen? Der Autor trifft bei allen auf gutes Gewissen. Fehlte angesichts der Komplexität des gewaltigen Bauwerks der Überblick? Dewotschka und toter Mann Ein friesischer Seebestatter und seine sowjetische Seele Von Paula Schneider Fr, 26.02.2010 | 20.10-21.00 | DLF Feature Auf einem Schiff murmelt ein Mann in Schwarz mit weißem Schnauzbart eine Rede vor traurigen Gästen. Er lässt eine Urne zu Wasser, Blumen, Wodka. Steht sehr gerade, im Arm ein Schifferklavier. Opa würde mitsingen, wäre er nicht schon von Bord. Der Mann, der Großvater bestattet hat, heißt Broder Drees. Für alte Hamburger "der berühmte Kneipier, der das Großneumarktviertel gerettet hat". Doch bei Weitem nicht nur das. Kapitän ist er und Erfinder. Er erfand eine Urne aus Brotteig, unsinkbare Yachten und eine Sonnenbrille aus Papier ... Er seebestattet auch Hunde und nennt Putin einen Freund. Vor allem war Drees der erste, der in Leningrad eine westliche Kneipe mit Hamburger Bier eröffnet hat. Das war 1987: Eine Wirtschaft voller Versuchung, Spione, Mietmädchen und voller Gefahr. Die Gefahr trieb ihn später nach Hause zurück. Denkt er an diese Zeit, waren die spätsowjetischen Jahre immer seine schönsten. Der Friese mit den kräftigen Armen hört auch nicht auf, nach neuen Abenteuern zu suchen, die er stemmen kann. Lord Ye liebt einen Drachen Auf der Suche nach China Von Maya Kristin Schönfelder Sa, 27.02.2010 | 18.05-19.00 | DR Kultur Feature Diese Geschichte beginnt kurz vor der Jahrtausendwende auf Hawaii. Die Autorin trifft eine Gruppe junger Chinesen. Eine (Brief-)Freundschaft bleibt. Zehn Jahre später ist China auf dem Weg zur Weltmacht. Die Studenten von damals stehen in der Mitte des Lebens. Und haben sich mit ihren an der Realität erstickten Träumen arrangiert. Nur manchmal scheint ihre Liebe zum Drachen größer als die Furcht vor ihm. Auf den Spuren ihres Brieffreundes begegnet die Autorin auch einigen anderen aus der Gruppe wieder, mit denen sie das Geburtsjahr teilt und die Erinnerung an eine Jugend voller Illusionen. Eine sehr persönliche Suche nach chinesischen Realitäten. Der Sound von Bristol Von Thomas Götz und Dieter Wulf So, 28.02.2010 | 14.05-15.00 | SWR2 Feature am Sonntag Auf der Suche nach der Ethnologie von Klängen Händler rufen durch die viktorianische Markthalle, Besucher schlendern über den St. Nicholas Markt, Möwen krächzen - eine Geräuschkulisse aus der südenglischen Stadt Bristol. Musikalisch wurde der "Bristol-Sound" hauptsächlich als Geburtsstätte des Trip-Hops bekannt. Aber entwickeln Städte tatsächlich einen ganz speziellen einmaligen Klang? Formen Geschichte und Kultur einer Stadt einen unverkennbaren "Fingerabdruck fürs Ohr"? Die Autoren haben versucht, den ganz speziellen Bristol-Sound einzufangen. Trackbacks
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